Arbeitsbereiche

Aufklärungsarbeit für Frauen und Männer durch die Fachkraft "Catherine"

Beschneidung

Afrikanische Frauen zwischen Tradition und Selbstbewußtsein

Der Weltgesundheitsorganisation zufolge sind bis zu 140 Millionen Frauen weltweit von der Genitalverstümmelung betroffen.
Der aus medizinischer Sicht unnötige und extrem gefährliche Eingriff ist qualvoll. Manche Mädchen erleiden während der Beschneidung Schockzustände, einige sterben durch Blutverlust, Wundstarrkrampf oder Blutvergiftung. Andere leiden ein Leben lang an chronischen Infektionen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und bei der Geburt.
Die Tradition verlangt das Ritual. Mädchen müssen beschnitten werden, denn die dadurch erworbene Reinheit ist die Bedingung jeder Ehe. Doch nur eine Ehe kann der Frau ihre Existenz sichern. Der lebenslange Schmerz wird dabei zum Garanten für ihre Treue.

Durch persönliche Kontakte in einem bereits gut funktionierenden Gesundheitszentrum unterstützen wir eine Sozialarbeiterin. Diese versucht mit Hilfe von Videos, Dokumentation, Workshops etc. Aufklärungsarbeit zu gesundheitliche Risiken aus medizinische Sicht zu leisten und die Mystifizierung eines todbringenden Rituals durch Sachkenntnis entgegenzuwirken.

Wir können bereits Erfolge vermelden:

Seit 2007 werden pro Jahr 5 Dörfer zwischen Januar und Juni besucht. Die Teilnehmerzahl schwankt zwischen 368 bis 560 Teilnehmer (1/3 Männer, 2/3 Frauen) je nach Größe des Dorfes.

Dort werden 16 verschiedene Aktivitäten (Videofilme aus dem Krankenhaus in Bamako, Anschauungstafeln, Gespräche mit Männern und Frauen aus alle Ebene der Dorfgemeinschaft, etc.) durchgeführt. Eine Frau wird in jedem Dorf genannt als verantwortliche Ansprechpartnerin, die das ganze Jahr Beratung und Soforthilfe leisten kann.

Die abschließende Befragung der Teilnehmer ergab eine einheitliche Ablehnung der Beschneidung. Außerdem wurde auch einstimmig der Wunsch geäußert, von staatlicher Seite Sanktionen gegen die Beschneidung zu erlassen.

Vier Jahre später wurden die ersten fünf Dörfern noch einmal besucht. Es wurde bestätigt, dass seit 2007 keine Beschneidung stattgefunden hat.

Das letzte Projekt wurde 2022 erfolgreich abgeschlossen und die Arbeit wird von ADH/Mali fortgeführt.