Aktuelles
Newsletter Sept. 2026
Rainers Senegal-Reise im Sommer 2026 - Einsatz für Hilfe zur Selbsthilfe?
Regelmäßig reise ich für 2 ½ bis drei Wochen in den Senegal, um vor Ort überwiegend das Schulprojekt an Mboutou Sow in Kaolack zu begleiten, dabei Jugendliche zu fördern und ggf. zu betreuen. – immer mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe. Mit dem heutigen Newsletter versuche ich meine Arbeit etwas zu erläutern.
So hoffe ich, dass alle Mitglieder und Förderer einen persönlichen Einblick in die Vereinstätigkeit und meinem Wirken vor Ort bekommen.
Aus Rainers Tagebuch
Kaolack I (15.–18. Juli 2026)
- Unterkunft: Bei Thiams Stadtwohnung in Kaolack-Leona, 20 Minuten zu Fuß zur Schule.
- Aktivitäten und Begegnungen:
- Besuch der Schule Mboutou Sow (MbSow) – Austausch mit Schüler:innen, Eltern und lokalen Partner:innen.
- Aida D.: Empfehlung für finanzielle Unterstützung im MbSanté-Projekt aufgrund herausragender Noten und Tod des Vaters.
- Mame A. G.: Schulwechsel in eine andere Schule, um ihr Verhalten zu verbessern und ihr eine neue Chance zu geben. Vorerst muss sie raus aus dem Projekt
- Wechsel der Ausbildung für Samba T., Maimouna N., beide werden eine Ausbildung außerhalb von Mboutou Sow machen
- Maman M.: Umzug nach Thiès zu ihrer Schwester Khady, um ihr Umfeld zu ändern und ihre schulischen sowie gesundheitlichen Probleme (z. B. Anämie) zu verbessern.
- Ousmane D., leider gibt es seit drei Jahren keinerlei positive Entwicklung, , so dass wir den Jungen aus dem Projekt nehmen möchten
- Fatou S. und Mohamed C. bestehen die Abiturprüfung, allerdings erst nach Weiderholung der 13. Klasse und mit Nachprüfung, das erschwert die Chance an der Universität einen Ausbildungsplatz für das Fach zu bekommen, welches man sich erwünscht. Eventuell muss man eine Art Fernstudium annehmen, d.h. Kurse per Internet, Arbeiten zu Hause, ca. 2x/Monat die Möglichkeit zu haben für einen Kurs vor Ort, bei dem man Fragen stellen kann.
Dakar (19. – 23. Juli 2026)
- Zweck: Büroarbeit im DAK (Dakar). Entwicklung von Putzkolonnen, um Menschen ohne Ausbildung Arbeit anzubieten.
- Aktivitäten und Begegnungen:
- Awa F.: Absolventin mit gutem Bachelor-Abschluss (18/20) – ein Beispiel für erfolgreiche Bildungsförderung.
- Rückfahrt nach Kaolack: Via Ndangang. Besuch im Gartenprojekt.
Thiès (26. – 29. Juli 2026)
- Zweck: Begleitung von Maman M. , Ziel: andere Schule, wohnen bei Schwester Khady.
- Eindrücke: Typisch afrikanisches Leben – wenig strukturierter Austausch, aber eine lebendige Gemeinschaft.
- Aktivitäten:
- Besuch der Kirche St. Anna.
- Besuch des Schwimmbads.
- Museumsbesuch: Trotz anderslautender Informationen geschlossen.
Kaolack II und letzte Tage (30. Juli – 3. August 2026)
- Aktivitäten und Gespräche:
- Titine: Unterstützung nach Diebstahl ihres Telefons (Kontakt zu Petra Thomas).
- Gespräche mit Schüler:innen und Eltern (z. B. Maimouna Ndaye, Samba Thiam, Ousmane Diop).
- Berichte schreiben und Vorbereitung der Rückreise.
Herausforderungen
- Wiederholte Schuljahre: Bei Maman und Mame A. wird ein Schulwechsel, ein Umzug und eine Wiederholung des Schuljahres als Chance gesehen, um neue Impulse zu setzen. Das Ziel ist nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch ein neue soziale Integration und damit Chance für eine Verhaltensänderung.
- Finanzielle Unterstützung: Bei Aida D. wird eine Förderung im MbSanté-Projekt ermöglicht, da ihre exzellenten Noten und die familiäre Situation (Tod des Vaters) dies rechtfertigen. Bildung soll hier Türen öffnen – sei es für ein Studium oder eine Berufsausbildung.
- Beobachtung: Reiche senegalesische Student:innen sind genauso aktiv und motiviert wie europäische. Der Unterschied zu den Jugendlichen im Projekt liegt möglicherweise teilweise an kulturellen, aber insbesondere in den finanziellen und bildungsbezogenen Rahmenbedingungen.
- Titine: Ihr Fall zeigt, wie wichtig langfristige Beziehungen sind. Rainers Hilfe (Kontakt zu Petra Thomas) ist ein erster Schritt – doch ob dies wirkt, hängt davon ab, ob die Familie vor Ort die Initiative aufgreift, aber auch die Charakterfestigkeit des/der Schülers:in.
Welche Hochschule - Grenzen unserer Vereins-Möglichkeiten
- Fatou Träume und Schäume – die Traum-Hochschule
- Rainer besuchte mit Fatou – die ihr Abi erst nach einer Nachprüfung bestanden hatte – eine teure Privatuni für internationales Business in Dakar. Dort prallten zwei Welten aufeinander: Reiche Student:innen, die sich teure Kleidung und Restaurantbesuche leisten können. Hier hat Fatou, die aus einfachen Verhältnissen kommt und mit ihrem mittelmäßigen Abi kaum eine Chance, in dieser Umgebung mitzuhalten.
Finanzielle Perspektiven im Verein
- Dieser individuellen Förderbedarfe fordern die Finanzierung heraus. Die Ausbildungen nach dem Abitur sind teurer, als ursprünglich angenommen, und gleichzeitig hat sich leider das Spendenvolumen reduziert.
Schlussfolgerungen
So beschloss der Vorstand am 7. September 2026, die Kosten zu deckeln.
Das hat beispielsweise zur Folge, dass die Finanzierung Traumhochschule für Fatou vom Verein nicht übernommen wird. Für alle Jugendlichen Projekt heißt das, dass es bei der Suche nach einer Alternative es wichtig ist, realistische Wege für und mit unseren Jugendlichen zu finden – mit individuellem Mentoring, zur Person passenden Ausbildungen und einem finanziellen Rahmen dafür, der zu unseren Möglichkeiten passen.
Was bleibt?
Rainers Einsätze mit Ihrem Mitwirken im Rücken, sei es mit Spenden oder mit aktiver Unterstützung zeigen: Hilfe zur Selbsthilfe hat gute Chancen, wo persönliche Beziehungen, Bildung und finanzielle Unterstützung zusammenkommen. Gerade diese Reise zeigte, welche Wirkung ein Anstoß zur Veränderung auf die jungen Menschen hat, die gerade Lebensschwierigkeiten haben, sei es ein Schulwechsel, ein Mentoring oder die Eröffnung neuer Perspektiven.
Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Seien Sie ein Multiplikator für unsere Ideen oder unterstützen Sie uns ganz direkt. Das Geld kommt 1:1 bei den Kindern an, die Kosten der Reisen übernehme ich selbst, es gibt keine Kosten für Verwaltung, alle Aktiven im Verein arbeiten ehrenamtlich.
Herzliche Grüße
Rainer Haag